In den Regalen der Supermärkte in Nordeuropa können Sie ohne weiteres 5 bis 10 verschiedene Marken Olivenöl finden. Worauf sollen Sie dann achten, wenn Sie sich mit Olivenöl nicht auskennen? Erstens ist in Flaschen, die laut Etikette Olivenöl enthalten, nicht immer wirklich Olivenöl drin. Im “Bestfall-Szenario“ enthalten sie eine Mischung aus Olivenöl und viel billigerem Samenöl, etwa aus Mais, Baumwolle, Palme, Sonnenblumen oder Sojabohnen, obschon auch Raps- und Leinsamenöle zur Fälschung von Olivenöl gebraucht werden. (Für mehr Informationen klicken Sie hier: http://www.z24.nl/bedrijven/voeding_drank/article85885.ece). Die Erbitterung von Roger Briesch, Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zum Thema der betrügerischen Praktiken der Olivenölschwindler, wie erklärt in den Artikeln 2.7 bis 2.9 seiner EU-Verordnung Nr. 827/68 von 2004, ist dazu bildhaft und informativ. Zum Nachlesen klicken Sie bitte hier. Diese EU-Verordnung deckt auf, dass selbst wenn eine Olivenölflasche echtes Olivenöl enthält, auch einige der großen Firmen an der Enttäuschung ihrer Kunden Schuld sind. Die Hersteller vermischen sehr oft für kommerzielle Zwecke Olivenöle der verschiedenen Güteklassen miteinander (Klicken Sie auf ‘Qualität’ für mehr Informationen). Zum Beispiel wird eine Mischung aus 85% billigem raffiniertem Olivenöl (gewonnen aus erhitzten Olivenabfällen mittels chemischer Zusätze) und 15% teurem, nativem Olivenöl extra (auf mechanische Weise kalt extrahiert aus dem Fruchtfleisch frischer Oliven) oft als 100%iges natives Olivenöl extra der ersten kalten Pressung vermarktet.* Diese Art von Betrug kann bedeutsame Konsequenzen haben für Ihren Gaumen und Ihre Gesundheit. Ein guter Rat: Lesen und vergleichen Sie sorgfältig die Etiketten mit einer angemessenen Portion Misstrauen. Achten Sie auf das Verfallsdatum. Vertrauen Sie auf Ihre Intuition. Gehen Sie nicht einfach auf das billigste Olivenöl los, aber lassen Sie sich auch nicht vom modischsten Etikett blenden. Auf dem Etikett eines guten Olivenöls muss nichts weiter stehen als “Natives Olivenöl extra”. Vorsicht beim Wort raffiniert! Schließlich ist raffiniertes Olivenöl von minderer Qualität und allenfalls für die Friteuse geeignet (Klicken Sie auf ‘raffiniertes Olivenöl’ für mehr Informationen). Zusatzstoffe sind nicht gut. Wörter wie ‘rein’, ‘leicht’, ‘klassisch’, ‘delikat’, ‘fein’ oder ‘mild’ auf dem Etikett einer Olivenölflasche sind das Produkt des Einfallsreichtums der Anbieter und dienen nur dazu, eine mindere Qualität zu kaschieren. Ist die Flasche einmal geöffnet, müssen Sie Ihren Geschmacksnerven vertrauen. Minderwertiges Olivenöl schmeckt schal oder ranzig. Am allerbesten ist es, Sie kennen Ihren Olivenölanbieter persönlich. In vielen westlichen Ländern gibt es immer mehr Spezialgeschäfte, in denen die Verkäufer wirklich alles über Olivenöl wissen. Ebenso wissen die Chefs angesehener Restaurants genau, wonach Sie suchen müssen, wobei Ihnen natürlich ihr hoch entwickelter Geschmackssinn zu Hilfe kommt. *PS: So etwas wie eine zweite kalte Pressung gibt es nicht mehr. Dies war noch vor hundert Jahren der Fall, als eine nachbarschaftliche Dorfpresse vielleicht in der Lage war, mehr Druck auf den Trester oder Presskuchen zu geben. Dennoch ist der Ausdruck “erste kalte Pressung” geblieben und sieht auf einem Etikett auch ganz stilvoll aus.
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